Dankbar für Glück

Es ist nun fast 22 Uhr und ich komme gerade von einer unglaublich fordernden Partie Tennis. Es war sehr anstrengend, aber ich merke jetzt noch, wie das pure Glück durch meinen Körper fließt. Es ist unbeschreiblich – es ist, als könnte ich die ganze Welt umarmen. Plötzlich erscheinen Probleme nicht mehr als solche, sondern ich sehe das Positive, Herausfordernde in ihnen und ich bin einfach froh über das Leben, das ich habe.

Während ich hier so alleine auf meiner Couch sitze und mir meinen leckeren, hübsch zubereiteten Salat schmecken lasse, wird mir bewusst, dass die Grundsteine, die dafür verantwortlich sind, dass ich jetzt gerade so viel Glück verspüre, in meiner Kindheit gelegt wurden.

Es war nicht immer einfach

Ich erinnere mich an einige Trainingsphasen in der Anfangszeit in meiner Kindheit, die nicht leicht waren für mich und in der mir Tennis nicht so viel Spaß gemacht hat. Als ich zum Beispiel als einziges Mädchen in einer Gruppe von viel stärkeren Jungs trainieren musste. Ich wusste zwar, dass ich dadurch viel lernen konnte, aber es war trotzdem ein blödes Gefühl, immer die Schlechteste zu sein. Wenn wir Spiele gegeneinander gespielt haben, hatte das Team, in dem ich gespielt habe, meist verloren. Später, als ich anfing mit meiner Mannschaft Turniere zu bestreiten, bekam ich auch dann meistens eine Klatsche. Ich hatte immer das Pech gegen die stärksten Gegner aus der anderen Mannschaft spielen zu müssen.

Der Profit kommt später

Trotz allem bin ich dran geblieben und meine Eltern haben mich weiter motiviert (und zu den Spielen kutschiert). Und ich wurde immer besser. (Ich überlege nun sogar, nebenberuflich ein paar Trainingsstunden zu geben.) Wenn ich damals mal keine Lust hatte zum Training zu gehen, musste ich trotzdem. „Keine Lust“ hat nicht gezählt. Meine Eltern haben mir somit beigebracht, dass es sich auszahlt, wenn man nicht aufgibt – auch wenn es am Anfang nicht leicht ist. Und heute kann ich davon profitieren. Ich gehe auf den Platz und spule Bewegungen und Abläufe ab, die tief in meinem Innern gespeichert sind ohne darüber nachzudenken. Und das allein schüttet diese enormen Glücksgefühle aus.

Ich bin mir nicht nur sehr sicher, dass ich diese Glücksgefühle jetzt nicht hätte, wenn ich das Hobby nicht in der Intensität und auf dem Leistungsniveau gelernt hätte, in der ich es damals als Kind, bzw. Jugendliche gelernt habe. Um in etwas gut zu werden, bedarf es nun mal eines intensiven Lernprozesses („Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen“ hat meine Mama immer gesagt.).

Mir wird in dieser Situation ebenfalls umso mehr bewusst, dass man diese Ausdauer, die für den Sport wichtig ist, auch in anderen Lebensbereichen braucht. Ich verstehe, dass Hartnäckigkeit als Persönlichkeitsmerkmal zum Einen wichtig ist, um erfolgreich zu sein, aber dass dieses Persönlichkeitsmerkmal eben auch erlernbar ist. Bzw. dass es notwendig ist, es zu lernen, wenn man in etwas erfolgreich sein möchte.

In dem Moment, in dem mir dieses Licht aufgeht, fühle ich mich unglaublich stark. So als könnte ich alles schaffen, wenn ich es nur genug will und hartnäckig dran bleibe.

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